Kulturschaufenster...  

 
Nach der Aufgabe des belgisches Militärlagers „Camp Hitfeld“, welches nach 1945 nahe der Grenze im Aachener Augustiner-Wald zwangsweise errichtet worden war, ermöglichte es das Bundesvermögensamt als neuer Eigentümer, das Gelände nach einer Zeit des Verfalls der Stadt Aachen zur weiteren Nutzung zu überlassen. Dabei entstanden Planungen, welche das gesamte Gelände in einen „Allgemeinen Siedlungsbereich“ mit Wohn- und Gewerbebauten, mit neuen Autobahnanschlüssen und sogar mit grenzüberschreitenden Maßnahmen bis hin zum Zollamt Lichtenbusch umwandeln wollten. Gegen diese Planungen konstituierte sich im Juni 2000 die "Bürgerinitiative Augustinerwald e.V.“, welche sich für einen Schutz und eine Rekultivierung dieses ökologisch besonders wertvollen Waldgebietes einsetzte. Neben dem Natur- und Landschaftsschutz spielte auch der Trinkwasserschutz in der Argumentation eine wesentliche Rolle, da mit einem Aufbrechen des kontaminierten Geländes und seiner Gebäude eine akute Gefährdung im Einzugsbereich des Eicher Stollens eintreten würde.
Durch zahlreiche öffentlichkeitswirksame Aktionen, Unterschriftensammlungen, Ausstellungen (Museum Burg Frankenberg 2001; Öffentliche Bibliothek 2003) etc. sowie durch eine qualifizierte politische Arbeit gelang es der Bürgerinitiative, daß von dieser Planung wieder Abstand genommen wurde. Nur ein außerhalb des ursprünglichen Waldes gelegenes Drittel des Geländes behält den ASB-Status, während der größte Teil nunmehr Freifläche mit einer Option auf Renaturierung bleibt. Für ihren vorbildlichen Einsatz für die Belange des Umweltschutzes wurde die Initiative mit dem 2. Preis des „Aachener Umweltpreises 2001“ der „Aachener Stiftung Kathy Beys“ belohnt.


Auch wenn neue Planungsaktivitäten zur Zeit ruhen, zeigen verschiedene Begehrlichkeiten und Eingriffe der letzten Jahre, daß das Gelände von Camp Hitfeld noch immer ein offenes und gefährdetes Gebiet ist und daß der Schutz unserer reichen Waldgebiete immer eine permanente Aufgabe - auch für den Verein - bleiben wird (c/o Christiane Karban, Tel. 69406).

Angesichts der jüngsten Versuche des Eigentümers, der „Bundesanstalt für Immobilienmanagement“ (BIMA), durch eine europaweite Ausschreibung das Gebiet des ehem. Camps Hitfeld zu veräußern, sah sich die Bürgerinitiative genötigt, mit der Stadt Aachen erneut in einen Dialog zu treten, um die bisher erreichten Schutzmaßnahmen weiterhin zu gewährleisten.

Seit Anfang des Jahres 2010 existieren neue Planungen, auf dem freien Gelände von Camp Hitfeld eine große Solarenergie-Anlage zu errichten. Nachdem bzgl. der Planungen zum Camp Hitfeld seit längerem keine Aktivitäten mehr zu verzeichnen waren, beschloß der Verein am 21.11.2014 seine Auflösung. Das restliche Vermögen des Vereins wurde dem Forstamt der Stadt Aachen zur Forstpflege übereignet.

 

     

Camp Hitfeld, ehem. Kino                  Camp Hitfeld, ehem. Garagen


 
Im Augustinerwald                                      Baumriesen im Augustinerwald

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