„Oellers und Freunde - eine Künstlerfamilie heute“  

Gemälde - Skulpturen - Photographien

Ausstellung: 9. Okt. – 7. Nov. 2010
Kunstverein Linz am Rhein e.V. – Künstlerhaus Asbacher Str.2, D - 53545 Linz/Rhein
Öffnungszeiten: Do - Fr 18-21 Uhr, Sa - So 11-16 Uhr

Eröffnung: Sa., den 9. Oktober 2010 – 18 Uhr

Begrüßung
Prof. Lars-Ulrich Schnackenberg, Alanus-Hochschule Alfter / 1.Vorsitzender des Kunstvereins

Grußwort der Landesregierung
Jacqueline Kraege, Staatssekretärin im Umweltministerium Rheinland-Pfalz

Einführung in die Ausstellung
Dr. Gabriele Lohberg, Leiterin der Europäischen Kunstakademie Trier


Finissage: So., den 7. November, von 15.30 – 17 Uhr: Führung, Lesung (aus den „Büchern der Freunde“), Musikstücke  www.kunst-verein-linz.de info@kunst-verein-linz.de Tel. 0160.8265387

Der neu gegründete Kunstverein Linz am Rhein e.V. wartet in seiner Eröffnungspräsentation gleich mit dem größten künstlerischen Potential seiner Stadt auf, das weit über die Region hinausstrahlen dürfte. Er zeigt eine Ausstellung über die Künstlerfamilie Oellers, in deren Zentrum das Atelier in Linz steht. In ihm sind in den letzten 60 Jahren nicht nur eine Fülle von Skulpturen und Gemälden entstanden, sondern es ist und war lange Zeit auch ein Begegnungsort für die kulturellen und politischen Repräsentanten der Bundesrepublik. Insofern ist eine würdigende Rückschau längst einmal überfällig geworden.

Spiritus rector ist Günther Oellers (geb. 1925 in Linz), der seine Frau, die Malerin Edith Oellers-Teuber (geb. 1923 in Duisburg), bereits 1947 an der Kölner Werkschule kennengelernt hatte. Ein erster Höhepunkt des gemeinsamen Künstlerlebens war der frühe Aufenthalt in Paris (1951), wo Günther Oellers bei Ossip Zadkine studierte und als wohl erster deutscher Bildhauer nach dem Kriege Constantin Brancusi noch persönlich kennenlernte.

Die Wirksamkeit des künstlerischen Schaffens von Günther Oellers spannt einen weiten Bogen von den in vielen Museums- und Privatsammlungen befindlichen Skulpturen über die zahlreichen öffentlichen Aufträge bis hin zu den kulturpolitischen Initiativen, die ihn 1972 auch zu einem Gründungsmitglied der von Joseph Beuys initiierten Freien Internat. Universität (FIU) werden ließ. Verschiedene Vorhaben dienten z.B. dem Versuch, Joseph Beuys auch im Kulturleben von Rheinland-Pfalz zu verankern.

Seit dieser Zeit existierten enge Freundschaften und Kontakte zu Künstlern (Joseph Beuys, Georg Meistermann, Felix Droese, Erwin Heerich, K. O. Götz sowie - aus der damaligen DDR - G. Altenbourg, Werner Tübke, A.R. Penck, W. Mattheuer), zu Schriftstellern (Heinrich Böll, H.G. Adler) und Komponisten (B.A. Zimmermann, G. Kröll), zu Philosophen (Walter Warnach) und Politikern (von Helmut Kohl über Norbert Blüm bis zu Jochen Steffen), weiterhin zu vielen Sammlern (Gebr. van der Grinten), Museumsleuten, Juristen und Theologen. Zugleich wurde das Linzer Atelier zur kulturellen Bühne, wo Lesungen, Diskussionen oder experimentelle Musikaufführungen stattfanden. Als Atelierbesucher waren außerdem auch Richard von Weizäcker, Roman Herzog und Kurt Biedenkopf in Linz zu Gast gewesen. Edith Oellers-Teuber hielt weiterhin enge Kontakte zu Annemarie Böll, zur New Yorker Schriftstellerin Margot Scharpenberg sowie zu den Malerkollegen der Duisburger Sezession.

Eine Künstlerfamilie wäre nicht vollständig, wenn sich das künstlerische Erbe nicht auch in die nächste Generation weiter fortgesetzt hätte. Die Tochter Edith Oellers (geb. 1957), seit Jahren u.a. als Dozentin an der Europäischen Kunstakademie Trier tätig, arbeitet als Malerin in Düsseldorf, während ihr Mann, der Maler Prof. Jörg Eberhard (geb. 1956) derzeit als Dekan an der Essener Folkwang-Hochschule wirkt. Der Sohn Dr. Adam C. Oellers (geb. 1949) hat sich neben seiner wissenschaftlichen Arbeit an den Aachener Museen häufiger auch der künstlerischen Fotografie zugewandt. Als Ergänzung der Ausstellung wird auch der in die USA ausgewanderte William Oellers, der jüngste Bruder von Günther Oellers vorgestellt, der in der Kunst des Scherenschnittes eine große Virtuosität erlangt hat.

Auch wenn die verschiedenen künstlerischen Positionen nicht alle auf eine runde Formel zu bringen sind, so ist dennoch eine größere gemeinsame Richtung zu erkennen: Zum einen spielt die Beobachtung der Natur und der Geschichte, der Menschen und ihrer Umwelt eine zentrale Rolle in der Bildkonzeption, andererseits bleibt der Zug zu einer besonderen Ernsthaftigkeit und Intensität in der Ausführung charakteristisch. Das Setzen auf spektakuläre Effekte ist dem Schaffen der Familie immer fremd geblieben.

Die Ausstellung bietet einen exemplarischen Werkeinblick in die künstlerische Tätigkeit der Familie, zeigt daneben weitere Originalwerke von den mit ihr befreundeten Künstlern und präsentiert schließlich in verschiedenen Dokumentationsmaterialien auch das kulturelle Leben im Umfeld des Oellers’schen Ateliers. Somit bietet die Ausstellung einen gewichtigen Beitrag sowohl zur rheinischen Kunstgeschichte als auch zu dem heute noch aktuellen Thema der „Künstlerfamilien“.


Günther und Edith Oellers, Linz 2004/05 (Foto: A.C.Oellers)
Kurt Lehmann, Porträt G.O. 1978
Kurt Lehmann, Porträt G.O. 1978

Bilder von der Eröffnung
(mit über 200 Gästen, Fotos von A.C.Oellers)

Begrüßung durch Prof. Schnackenberg
Begrüßung durch Prof. Schnackenberg

Grußwort durch Staatssekretärin Jacqueline Kraege
Grußwort durch Staatssekretärin Jacqueline Kraege

Günther Oellers und René Böll
Günther Oellers und René Böll

Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung

Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung

 

© Dr. Adam C. Oellers - Alle Rechte vorbehalten